Elektrisch bewegt

Innovativ unterwegs mit „elektrisch.mobil.owl“:  SOS-Kinderdorf Lippe testet Elektroautos 

Ein Auto mit der Arbeitgeberin oder dem Arbeitgeber teilen: Kann das funktionieren? Die Antwort auf diese Frage wird im Rahmen des von der Wirtschaftsförderung des Kreises Lippe und der Hochschule Ostwestfalen-Lippe initiierten Projektes „elektrisch.mobil.owl“ untersucht: Seit September 2014 können Stadtverwaltungen, Unternehmen und Einrichtungen für einen gewissen Zeitraum ein Elektroauto erhalten, das dann sowohl für Dienstfahrten als auch für private Zwecke genutzt werden kann. Nun ist das sogenannte „E-Dual-Use“-Prinzip auch im SOS-Kinderdorf Lippe in Schieder-Schwalenberg gestartet. 

Bis zum 30. April wird das Elektrofahrzeug im SOS-Kinderdorf Lippe getestet. Die Beschäftigten können es auf dem Weg zur Arbeit oder in der Freizeit nutzen. Während der Öffnungszeiten steht es der Einrichtung zum Beispiel für Einkaufs- oder Transportfahrten zur Verfügung. „Auf diese Weise können die vergleichsweise geringen Betriebskosten des Elektroautos optimal ausgenutzt werden“, erläutert Projektkoordinator Gabriel Flore von der Hochschule OWL, der beim offiziellen Start im SOS-Kinderdorf dabei war. Die ersten Reaktionen auf „E-Dual-Use“ seien dort sehr positiv gewesen, berichtet er. „Ein Mitarbeiter hat das Auto direkt am ersten Abend ausprobiert. Auch einige Kinder sind bei den ersten Testfahrten mitgefahren und waren begeistert.“

Das Forschungsprojekt „elektrisch.mobil.owl“ ist ein durch die Europäische Union und das Land Nordrhein-Westfalen gefördertes Kooperationsprojekt zwischen der Hochschule Ostwestfalen-Lippe und der Wirtschaftsförderung des Kreises Lippe. Das Projekt verfolgt unter anderem das Ziel, die Abhängigkeit von fossil betriebenen Pkw zu vermindern, indem vernetzte E-Mobilitätsangebote entwickelt und unter Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger vor Ort umgesetzt werden.

Hier setzt auch „E-Dual-Use“ an: Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wollen herausfinden, ob sich mit dem Konzept die Mobilitätskosten für die Nutzerinnen und Nutzer sowie die Lärm-, Schadstoff- und CO2-Emissionen langfristig senken lassen. Dafür werden auch begleitende Befragungen, etwa zum individuellen Mobilitätsverhalten, durchgeführt. Zusätzlich sind die Elektroautos durch eine eigens entwickelte Smartphone-Applikation mit einem digitalisierten Fahrtenbuch ausgestattet, durch das Informationen zur jeweiligen Fahrt (z.B. Ziel, Fahrzeugbesatzung, Stromverbrauch) gesammelt werden können.

 

Elektrofachmarkt Ahrens in Lügde war ebenfalls innovativ unterwegs

Von Mitte November bis Mitte Januar 2015 testete der Elektrofachmarkt Ahrens in Lügde das Angebot des E-Dual Use. Den Mitarbeitern stand für Dienst- und Privat Fahrten ein Fluence zur Verfügung. Das Angebot wurde grundsätzlich sehr positiv bewertet. Allerdings zeigte sich, dass die Reichweite im Winter teilweise ein Problem darstellt, da in der Testphase kein Schnell Laden möglich war.