Elektrisch bewegt

Das Projekt "Elektrisch bewegt. Mobilitätsnetz Gesundheit"

ist ein durch die Europäische Union und das Land Nordrhein-Westfalen gefördertes, dreijähriges Projekt.

Es baut auf einem ganzheitlichen Ansatz der E.Mobility in Heilbädern auf und zielt auf die bedarfsgerechte gesundheitsorientierte Nutzung der Elektromobilität ab. Der Fokus liegt dabei auf der Entwicklung der jeweiligen Schwerpunktangebote der einzelnen Heilbäder, die den Erfordernissen und der Situation des Heilbades und der sie besuchenden Gesundheits- und Kurtouristen bestmöglich entspricht. Es soll gemäß den Masterplänen Teutoburger Wald und NRW Tourismus den Gesundheits- und Aktivstandort Teutoburger Wald qualitativ wesentlich verbessern.

Entwickelt wird das Projekt in Kooperation des Kreises Lippe mit der Hochschule OWL. Begleitet wird es durch die OWL Marketing GmbH.

Alle Mobillitätsstudien zeigen: Ältere Menschen sind mobilitätseingeschränkt, insofern häufig auf vielfältige Arten von Mobilitätshilfen angewiesen. Für kurze Strecken sind sie überdurchschnittlich oft mit Muskelkraft unterwegs; zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Und dafür wünschen sie sich eine moderne E-Mobile Unterstützung, die Verkehrsberuhigung berücksichtigt und - vor allen Dingen in ihren Freizeit- und Urlaubszusammenhängen - die Umwelt schont.

Die Bevölkerung, vor allem im "ländlichen Raum" wird älter und schon heute leidet unsere Gesellschaft an den "auto"bedingten Zivilisationskrankheiten Übergewicht, Durchblutungsstörungen und Stoffwechselkrankheiten. Eine muskelbasierte UND selbstmobile Fortbewegung gerade für die Best Ager ist stark gefragt. Hier lassen sich bedarfsorientierte, mobilitätsgerechte Infrastrukturen entwickeln und in der Region Teutoburger Wald anwenden. Altersbedingte Mobilitätseinschränkungen (auf kurzen und längeren Wegen), umweltgerechte und klimaschützende Energietechniken, lärmmindernde und ressourcenschonendere Anwendungen sind die wesentlichen Bausteine einer innovativen gesundheitstouristischen Region.

Elektromobilität  - auch gekoppelt mit mehr oder weniger Muskelaktivität - stellt ein wertvolles Potential dar, bedarfsorientiert und ressourceneffizient die Gesundheits(tourismus)region Teutoburger Wald auf der Basis vorhandener Strukturen (Bad- und Kurortedichte; Kernkompetenz Natur/Gesundheit) nach vorne zu entwickeln.

Bei diesem Konzept stehen gerade nicht bereits bekannte, schon am Markt etablierte E-Mobilitäts-konzepte im Fokus (wie z.B. singuläre, nur auf Pedelacs vasierte Fahrradverleihsysteme), sondern neuartige, spezifische Angebote, die die Wünsche und Bedarfe der Kurtouristen während ihres gesamten Kururlaubes aufgreifen und die der vorhandenen Produktphilosophie eines Heilbades entspricht.

Aufgrund dessen stehen insbesondere die Analysen des Status quo und die Bedarfe der potenziellen Nachfrager am Beginn dieses Projektprozesses. Behandelt werden auch weitere Fragen mit Bezug auf das vorhandene Angebot in diesem Segment bzw. wie die entsprechende aktuelle Infrastruktur zu bewerten ist und inwieweit E-Mobilität in Heilbädern auch ein gemeinschaftliches Vermarktungs-potenzial beinhaltet. Diese Analysen der Hochschule Ostwestfalen-Lippe müssen sich einbinden in eine regionale strategische Planung der Anwendung von Elektromobilität im ländlichen, natur-geprägten Raum Ostwestfalen-Lippe.

Die bedarfsgerechte gesundheitstouristsche Nutzung der E.Mobility wird insofern auf verschiedenen Ebenen entwickelt und implementiert. Dabei fokussieren sich die einzelnen Heilbäder im Projekt auf die Entwicklung jeweiliger Schwerpunktangebote, die den Erfordernissen und der Situation des Heilbades und der sie besuchenden Kurtouristen bestmöglich entspricht.
 
So stehen beispielhaft jeweils folgende Fragen im Vordergrund:

  • Mobilitätshilfen für Wege zwischen den einzelnen Therapieeinrichtungen des Heilbades;
  • Nutzung des Kurparks für Nutzer von E-Mobilen;
  • freizeittouristische Angebote für Kurtouristen in Kooperation mit der Bahn und dem Busverkehr;
  • optimale Ausstattung der gesamten Infrastruktur im Sinne der kurtouristischen
  • Nachfrager von E- Mobilen;
  • therapeutische Angebote in Verbindung von E-Mobilen;
  • Schließeung der Mobilitätskette mit Hilfe von E-Mobilen in Kurorten
    (z.B. Bahn-Hotel- Anwendung- Ausflug);
  • Nutzung und (designersiche) Entwicklung besonders innovativer E-Mobile


Auf dieser Basis ergeben sich:

(1) Kurortekonzept (infrastrukturell): Erarbeitung eines speziell für Kurorte und den Bedürfnissen der Gäste angepassten Konzeptes der zukunftsweisenden Nutzung der E-Mobilität. Damit verbunden sind Stadtentwicklungsplanungen für den Aufbau einer optimalen Infra-struktur für die Nutzung von E.Mobilen und deren Vernetzung.

(2) Etablierung von freizeittouristischen E.Bike.Routen und E.Tandem.Touren (betreut, begleitet etc.), ob für Aktivurlauber oder mobilitätseingeschränkte Personen; für jeden gibt es auf Wunsch perfekte Radbegleitungen oder (Rad)Touren. Best Ager erhalten über die E.Mobility genauso Unterstützung für ihre individuellen Aktivitäten wie z.B. seh- oder geheingeschränkte Personen ein größes Aktivitätsfeld.

(3) Ergänzung der gesamten gesundheitstouristischen Mobilitätskette durch E.Mobility; von bedarfsgerechten Individual- oder Gruppen-Angeboten über ÖPNV (An- und Abreise Bahn-hof, Bus), Kurhäuser und Übernachtungsbetriebe bis hin zu "rein" touristischer Nutzung (Führungen, Erkundungen etc.) oder einer möglichen Implementierung von E.Cars im Be-reich der Pflegedienste, Taxen und des ÖPNV mit der infrastrukturellen Um- bzw. Ausrüstung der Region.

(4) Einbindung der E.Mobility in die Gesundheitstherapie in den Kurorten und Heilbädern der Region.

Um die mit diesem Projekt verbundenen Wirkungen für die gesundheitstouristische Markenbildung des Teutoburger Waldes mit seinem dichten Netz der Heilbäder erzielen zu können, wird ein entsprechendes Marketingkonzept, inkl. einer Werbestrategie erarbeitet. Es baut auf den ganzheitlichen Ansatz der E.Mobility in Heilbädern auf und zielt auf die Nutzung und Verdeutlichung mit diesem Angebot verbundenen Imagewirkungen für die Heilbäder in ihrer Gesamtheit hin. Hierzu werden klassiche Medien wie Print, Internet ebenso genutzt wie innovative wie z.B. Film, GPS-Geräte oder apps. Um mittelfristig erfolgreich im Markt bestehen zu können, bedarf es außerdem einer prozessbegleitenden und einer produktorientierten Evaluation.

Da es sich um den Beginn eines dreijährigen Projektes handelt, das ganz wesentlich auf die Unterstützung und Information aus den betroffenen Gemeinden setzt, ist eine kontinuierlich begleitende Kommunikation ein wesentlicher Baustein für das Gelingen des Vorhabens. Ziel des Kommunikationsprozesses ist es im Dialog mit den beteiligten Kurorten und Akteuren geeignete Ideen und Ziele zu entwickelt und zu konkretisieren.

Zum Beispiel sollen erlebnisorientierte und therapeutische Angebote entwickelt werden. Hauptbeweggrund dieses Projekts ist, dass in unserer immer älter werdenden Gesellschaft, Menschen auch im Alter nicht auf Mobilität, Erlebnisse und Naturattraktionen verzichten wollen. Durch neue innovative Produkte möchten wir diese Erlebnisse wieder möglich machen.

Es ist gerade Ziel des Projekts gemeinsam mit beteiligten Akteuren in einem zielführenden Kommunikationsprozess mit den beteiligten regionalen Akteuren konkrete Produkte zu entwickeln.

Die jeweiligen Erfahrungen und Entwicklungen in den Kurorten sollen im Rahmen eines kontinuierlichen Austauschprozesses untereinander dazu beitragen ein optimales geschlossenes Angebot von Elektromobilität in Kurorten in OWL zu entwickeln.