Elektrisch bewegt

Mobilitätshafen

In den Workshops die in den jeweiligen Kurstädten stattfanden wurde fast immer über die Idee eines Mobilitätshafens diskutiert. Was versteht man aber eigentlich unter einem solchen Hafen? 

Mobilität

Begriffsabgrenzung Mobilität leitet sich vom lateinischen „mobilitas“-“Beweglichkeit” ab. Die Fähigkeit des Menschen den Standort zwischen verschiedenen Standorten zu wechseln, sowohl in der natürlichen als auch in der sozialen Umwelt. Es ist die physische und psychische Beweglichkeit des Menschen zwischen verschiedenen Punkten im Raum. Eine räumliche Veränderung kann dabei kurz- oder langfristig sein.20

Hafen

Ein System von Hafenbecken, Anlegestellen, Kais, Hafenmauern und Molen. Ein Hafen dient vorwiegend dem Umschlag von Gütern, dem Transport von Menschen und dem Handel. Es ist ein Ort der Ankunft, des Transports und der Abreise.

Das heißt unter einem Mobilitätshafen versteht man einen Ort, den Menschen aufsuchen würden, wenn sie Ausflüge oder andere Städte in der Region besuchen möchten. Hinzu kommt noch, dass dies ein Ort sein soll, wo verschiedene E-Mobile ausgeliehen werden können. Durch elektrische Mobilität kann gewährleistet werden, dass alle Menschen, egal ob mit oder ohne Einschränkungen, sich frei in ihrer Umwelt bewegen können. Gemeinsam können so Unternehmungen in der Natur gemacht werden und gemeinsame Erlebnisse werden aus derselben Perspektive wahrgenommen. Damit eine möglichst große Vielfalt entsteht, müssten unterschiedliche Mobile wie E-Tandem, Segways, elektrische Rollstühle, E-Cars, E-Bikes und vieles mehr zur Verfügung gestellt werden. 

Um zu eruieren, wo ein solcher Mobilitätshafen sich angliedert und welche Bestandteile vorhanden sein müssten, untersuchten Stadtplanungsstudenten der Hochschule Ostwestfalen-Lippe in einem Stegreif diese Idee am Beispiel von Bad Lippspringe. Einen Mobilitätshafen an einem Bahnhof zu integrieren, wo Reisende ankommen und abfahren liegt auf der Hand. Allerdings liegen die Bahnhöfe der meisten Kurstädte in unserem Projekt nicht zentral in der Stadt, bzw. sie verfügen über keinen eigenen. Dadurch eignen sich eher Plätze, die gut erreichbar sind und zentral in der Stadt verortet sind. Durch stadtplanerische und touristische Untersuchungen wurde in Bad Lippspringe der Markplatz als Standort ausgewählt. An dem Marktplatz ist die Tourist-Information gelegen und zahlreiche Fahrrad Routen führen dort vorbei. Zudem ist der Markplatz zentral im Zentrum und an der Fußgängerzone gelegen. Allerdings für mobilitätseingeschränkte Personen, die in den zahlreichen Reha-Kliniken liegen teilweise schwer zu erreichen.  

Im Vordergrund der Entwürfe sollten für Bad Lippspringe folgende Merkmale stehen:

leichte Montage I Abmontage I  einfacher Transport I platzsparend

Ein paar Mal im Jahr wird auf dem Marktplatz eine Fläche von 20x20 m benötigt für das Karussell Geschäft. Diese Fläche muss freibleiben oder die vor Ort installierten Gebäude müssen sich abtransportieren lassen.

flexible Aufstellungsvarianten

So kann das Konzept auch an anderen Stellen in der Stadt oder in anderen Städten aufgestellt werden.

Übertragbarkeit auf andere Städte I Wiedererkennungswert

Durch eine einheitliches Marketing und Corporate Design soll eine Ausweitung in den einzelnen Kurstädten gewährleistet sein. 

niedrige Kosten I Nachhaltigkeit

Das Thema der Nachhaltigen Materialen oder auch Erneuerbare Energien sollte mit aufgegriffen werden.

Bei den unterschiedlichen Entwürfen zeigte sich, dass meistens ein System von „Inseln bzw. Containern“ inszeniert wurde um den Austausch von unterschiedlichen Mobilitätsarten zu ermöglichen. Gebaute Einrichtungen bieten Service, Information und Orientierung. Der Mobilitätshafen dient in den Städten in Ostwestfalen-Lippe nicht für das Angebot von elektrischen Mobilitätsmitteln sondern vereint auch die touristischen Angebote. Um ein erstes Gefühl für das Fahren und das elektrische Bewegen mit den Geräten zu bekommen gehört es zum Serviceangebot, die Fahrzeuge auf dem direkt anliegenden Übungsplatz testen zu können.

Bestehen sollte ein Mobilitätshafen aus folgenden Bausteinen:

Ausleihstation von Elektromobilen

Servicestation 

Reparatur-Service

Aufladung von E-Autos und E-Bikes

Verkauf von Imageprodukten

Übersicht über die touristischen Produkte (Flyer etc.)

Übungsparcours

Optional:

Werkstatt für behinderte Menschen mit Showroom und die damit verbundene Möglichkeit der Einbindung in einen Integrationsbetrieb

Toilette für Rollstuhlfahrer und Menschen mit Behinderung

Spezial-Stadtführungen mit E-Mobilen (z.B. Tandem-Touren für Blinde oder Menschen mit Behinderung)

Veranstaltungsraum für Lehrveranstaltungen, Vorträge und Ausstellungen 

Bei fortlaufender Konzeption wurde festgestellt, dass die Umsetzung eines Mobilitätshafens nicht so einfach ist. Am einfachen wäre es, das Angebot eines solchen Konzeptes in die Tourist-Information zu integrieren, da dort einige Bausteine schon vorhanden sind und die Touristen dort eine bekannte Anlaufstelle haben. Allerdings ist der Platzbedarf meistens nicht zu realisieren. Schon das unterstellen kleinerer E-Mobile während unserer Testphase stellte sich als schwierig heraus. Zusätzlich müsste eine Bandbreite an unterschiedlichen E-Mobilen an einem Standort gewährleistet sein, damit der Tourist eine Auswahl hat und sich das Mobile aussuchen kann, welches für seine Bedürfnisse geeignet ist. Die Integration eines vorhandenen Fahrradgeschäftes wäre zu dem sinnvoll.